Reden reicht nicht immer

Reden reicht nicht immer

In den letzten Jahren wurden die Grenzen der „Talking Cures“ deutlich, insbesondere bei Stressverarbeitungsstörungen. Die in den letzten 30 Jahren entwickelten Therapietechniken beziehen die körperlichen Erfahrungen ein, so dass viel schneller und schonender als bisher nachhaltiger Verbesserungen erreicht werden, im Befinden, bei der Arbeits- und Lebensqualität.
Eines dieser neuen Verfahren sind die TRE Tension and Trauma Release Exercises: Sie bauen auf dem natürlichen menschlichen Reflex auf, sich bei Gefahr und Bedrohung in die Fötus-Position zu begeben („fetal response“) und nach Ende einer Bedrohung diese Anspannung durch Muskelzittern wieder aufzulösen und abzuschütteln. – Bei unseren Befragungen hat sich gezeigt, dass Stressverarbeitungsstörungen sehr spezifische Gesundheitsstörungen hervor rufen, insbesondere Herzrhythmusstörungen und Herzrasen, Magen- und Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und chronische Müdigkeit.
Hier der Link zum sofort ausprobieren
https://www.youtube.com/watch?v=FeUioDuJjFI&t=94s

Regelmässige TRE-Übungen vermindern insbesondere Schlafstörungen und verhelfen zu einem angenehmeren Körpergefühl und besseren sozialen Beziehungen, sowohl bei den befragten TraumatherapeutInnen im deutschsprachigen Raum als auch bei Soldaten im Kriegsgebiet in der Ostukraine. Diese Ergebnisse können widerstandslos mit der Polyvagaltheorie von Stephen Porges oder der Defense Cascade von Kozlowska et al. (2015) erklärt werden.

Mehr darüber: Nibel, H. & Herold, A. (2019). Körperorientiertes Coaching für ressourcenschonendes Auflösen chronischer Stressreaktionen. In: J. Heller: Resilienz für die VUCA-Welt. Kongressband mit Beiträgen des Coaching-Kongresses in Erding, 16. – 17. Februar 2017. Wiesbaden: SpringerNature, Kapitel 12.

https://www.springer.com/de/book/9783658210434#otherversion=9783658210441

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