2. Risiken vermindern

Wenn solche ungünstigen Arbeitsbedingungen bestehen, so können sie doch bezüglich ihrer negativen Auswirkungen auf die Mitarbeitenden entschärft werden durch die ganz traditionellen Methoden der Job rotation, des Job enrichment und Job enlargement. In der Sprache des betrieblichen Gesundheitsmanagements nennt sich das Verhältnisprävention.

Aber Sie können auch Verhaltensprävention betreiben, also den Mitarbeitenden gesundheitsförderndes Verhalten erleichtern und sie damit stärken, um mit den arbeitsbedingten Belastungen leichter und besser umzugehen. Z.B. durch Kurse über Stressmanagement oder über Bewegungsangebote auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie.

Grundsätzlich gilt, dass diese Angebote umso eher angenommen, je niederschwelliger sie sind, also eher kurz, aber über einen längeren Zeitraum hinweg (mindestens 6 Monate), so dass das neue Verhalten auch eingeübt und gefestigt wird und zur Gewohnheit werden kann, in der Nähe des Arbeitsplatzes und natürlich mit gut qualifizierten TrainerInnen/BeraterInnen/BetreuerInnen, die auf individuelle Fragen eingehen und über längere Zeit Verhaltensänderungen unterstützen und begleiten können.

Möglicherweise wirkt weniger die Bewegung / Entspannung als solche,  sondern das Zusammensein mit anderen, verbesserte Kommunikation und die körperliche Aktivität, die an solche stimmungsaufhellend wirkt.

Aber auch hier gilt, dass der Wurm auch dem Fisch schmecken muss, nicht nur dem Angler:
Bevor Sie ein grossartiges Massnahmepaket schnüren, fragen Sie Ihre  Mitarbeitenden nach deren Bedürfnissen und identifizieren Sie die Risiken über die Analyse Ihrer Absenzdaten. Denn nur so können Massnahmen entwickelt werden, die von den Beteiligten akzeptiert werden und die sie als so nützlich einschätzen, so dass sie auch bereit sind, daran teilzunehmen und sich aktiv zu beteiligen.

Diese Möglichkeit sich selber aktiv einzubringen, macht vermutlich auch den Erfolg von Gesundheitszirkeln aus. Entscheidend ist, dass die eingebrachten Vorschläge zeitnah – zwischen 6 – 12 Monate nach der entsprechenden Zirkelsitzung – implementiert werden. Die meisten Vorschläge in den befragten Unternehmen betrafen Massnahmen zur Verbesserung des psychosozialen Klimas und der Organisation sowie der Reduktion körperlicher Belastungen; diese Interventionen wiederum wurden von den Beschäftigten als Stressreduktion, Verbesserung der sozialen und technischen Unterstützung, Anerkennung und grössere Entscheidungsspielräume wahrgenommen.

Die Reduktion von Fehlzeiten konnte für Gesundheitszirkel nicht sicher nachgewiesen werden, auch wenn diese in einzelnen Unternehmen mit hohen Fehlzeiten statistisch signifikant und wirtschaftlich relevant war.

Keine Wirkung erwarten können Sie von medizinischen Gesundheits-Checks, Ernährungsberatung und Gewichtskontrolle, reinen Schulungsmassnahmen (z.B. Rückenschule für Gesunde) und ergonomischen Massnahmen, z.B. Neugestaltung von Arbeitsplätzen.

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